Buon appetito bei Pasta & Co
Die
Hügellandschaft der Langhe liegt in der nordwestitalienischen
Region Piemont. Langa bedeutet im hiesigen Dialekt
Hügelspitze. Daraus leitet sich die Bezeichnung für
eine weitläufige, sanft gewellte grüne Landschaft ab,
die beinahe zur Gänze in der Provinz Cuneo liegt, und zwar im
Gebiet, das sich von Alba südwärts bis zu den
Ligurischen Alpen erstreckt; die Langa Astinana liegt
bezeichnenderweise bereits in der Provinz Asti. Die Hügel
nordwestlich von Alba werden als Roero bezeichnet, in Hommage an das
alte Adelsgeschlecht, das in dieser Gegend herrschte.
Eine weltweit einzigartige Natur- und Kulturlandschaft: Üppige
Wiesen, Weingärten, Kastanienhaine, blühende Felder.
In direktem Kontakt mit der Natur kann man sich hier wunderbar erholen
und in Restaurants, Gasthäusern oder bei Bauern typische
Gerichte zu erlesenen Weinen aus lokalem Anbau genießen.
Für Gourmetreisende sind die Langhe das absolute Nonplusultra.
In den Weinbergen der Langhe wird der weltbekannte Barolo angebaut, der
auch „Königswein“ genannt wird: Seine
Geschichte ist mindestens zweihundert Jahre alt und beginnt mit der
Marchesa Giulia Falletti di Barolo und dem Grafen Camillo Benso di
Cavour, die versuchten, die Nebbiolo-Traube mit neuen Techniken zu
keltern. Was ihnen prompt gelang: Der Erfolg des Barolo an den Tischen
und in den Kellern der Kenner ist bis heute ungebrochen.
Die
Langhe bilden den außergewöhnlichen Rahmen
für große historische Ereignisse. Bereits im
Mittelalter wählten die Lehnsherren diese Hügel
für ihre Herrschaftssitze. Noch heute ist die Landschaft von
alten Burgen und Türmen übersät (wie
beispielsweise die von Grinzane Cavour, Alba und Serralunga). Alba ist
ein hübsches Städtchen, in dem sich romanische,
gotische und barocke Stilelemente überlagern. Doch vor allem
sind es die Natur, die wilden Wälder und die mit
Rebstöcken in Reih und Glied bestandenen Böden, die
diesen Landstrich so unvergleichlich machen. Pfade, die sich zwischen
Weingärten und von den Hügeln herabrauschenden
Bächen dahinschlängeln, Wälder, die den
Horizont in buntes Licht tauchen: Die piemontesischen Langhe, Land
großer Rotweine und
Heimat
der Trüffel, bieten idyllische Oasen von immenser
Schönheit, in denen man gut entspannen und Sport betreiben
kann. Passion und Tradition trugen und tragen dazu bei, dass die
erlesenen, raffinierten Weine dieser Gegend zu Weltruhm gelangten;
viele Kellereien stehen Besuchern offen, sind bevorzugtes Ziel
reisender Weinkenner.
An diesen Orten unberührter Schönheit wächst
denn auch die Trüffel zuhauf: Die begehrteste Knolle der Welt
bereichert mit ihrem unverwechselbaren, exquisiten Aroma die
regionaltypische Traditionsküche.
Dieses sündteure Produkt der hiesigen Böden ist der
ganze Stolz der Langhe und des nahen Monferrato. Doch nur die originale
weiße Trüffel verleiht einigen der kulinarischen
Spezialitäten dieser Gegend den letzten Schliff, etwa dem
hauchdünn geschnittenen und marinierten rohen Fleisch (Carne
cruda), der typisch piemontesischen Pasta namens Tajarin oder der Bagna
cauda (heiße Sauce aus Öl, Knoblauch und Sardellen).
In
den Langhe finden zahlreiche Volksfeste und Jahrmärkte statt.
Die beste Zeit, um diese Veranstaltungen zu erleben, ist der Herbst,
wenn sich die Natur in tausend Nuancen färbt, Weinlese
gehalten wird, Trüffel und Pilze den Speiseplan bereichern.
Wanderungen und Biketouren bieten sich geradezu an, angesichts der
Kulisse, die sich zu dieser Jahreszeit von ihrer besten Seite zeigt.
Und frische Luft macht bekanntlich noch mehr Appetit auf die
unvergleichlichen Gaumenfreuden dieser Gegend... Im bezaubernden
mittelalterlichen Städtchen Alba findet fast den ganzen
Oktober lang die renommierte Trüffelmesse statt, die ganze
Scharen Neugieriger und Fans anlockt, und am ersten Oktobersonntag geht
das turbulente Eselturnier Palio degli Asini über die
Bühne. Nach der Veranstaltung kann man im Schatten von
Türmen und Stadtmauern gemütlich durch die
Straßen der Altstadt bummeln. Auch in Grinzane Cavour wird
der Trüffel gehuldigt, nämlich anlässlich
der Marcia del tartufo im November, wenn auch das traditionelle
Volksliedfestival Cantacaussagna stattfindet. Und wenn man schon mal
hier ist, sollte man auf alle Fälle das Kastell des Grafen
Cavour besichtigen, der einer der Wegbereiter für das
vereinigte Italien war. Im Kastell gibt es ein Museum, das zur
Gänze dem Wein und den typischen Produkten der Langhe gewidmet
ist, und natürlich sind auch etliche persönliche
Gegenstände Cavours zur Schau gestellt. Von den vielen Events,
die in den Langhe den erlesenen Rebensäften gewidmet werden,
seien überdies die Festa del Vino Barolo in der Ortschaft La
Morra und die Sagra del Verduno Pelaverga in Verduno erwähnt.
In der Umgebung gibt es drei Golfplätze (9 bzw. 18 Loch).
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